12 prägende Sozialdemokrat*innen: Ferdinand Lasalle

Veröffentlicht am 15.07.2018 in Allgemein

Ferdinand Lasalle

Geboren am 11. April 1825 in Breslau als Ferdinand Johann Gottlieb Lassal; gestorben am 31. August 1864 in Carouge. Er war Schriftsteller, sozialistischer Politiker im Deutschen Bund und einer der Wortführer der frühen deutschen Arbeiterbewegung.

Als Hauptinitiator und Präsident der ersten sozialdemokratischen Parteiorganisation im deutschen Sprachraum, des 1863 gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV), zählt er zu den Gründervätern der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), die 26 Jahre nach seinem Tod aus der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) hervorging. Die SAP ihrerseits war aus der Fusion des ADAV und der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) entstanden.

Lassalles Idee des Sozialismus war genossenschaftlich und preußisch-nationalstaatlich orientiert. Damit geriet er in einen Gegensatz zu der von Karl Marx und Friedrich Engels dominierten Lehre, die revolutionär und internationalistisch ausgerichtet war. Noch zu Lassalles Lebzeiten führte dieser Konflikt zu Zerwürfnissen innerhalb des ADAV und wenige Jahre nach seinem Tod zur Aufteilung der deutschen Sozialdemokratie in zwei Richtungen und Parteien. Die Spaltung in „Lassalleaner“ (ADAV bzw. LADAV) und „Eisenacher“ (SDAP) konnte 1875 beim gemeinsamen Parteikongress in Gotha durch den Zusammenschluss zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) zumindest organisatorisch überwunden werden.

Jugend und Schuljahre

Ferdinand Lassalle war Sohn des wohlhabenden jüdischen Seidenhändlers Heyman Lassal (auch „Loslauer“ genannt, 1791–1862). Seine Mutter war Rosalie Lassal, geb. Heizfeld (* 8. Mai 1797; † 13. Februar 1870). Sein Bruder Rochus starb im Alter von drei Jahren an Schwindsucht. Seine Schwester Friederike heiratete den Kaufmann Ferdinand Friedland.

Studienjahre

Ferdinand Lassalle verließ die Handelsschule vorzeitig, weil es ihm nicht genügte, sein Leben einzig und allein dem Handel zu widmen. Er wolle sich mit intellektuelleren Dingen beschäftigen und diese studieren. Mit dieser Motivation beschloss er am 26. August 1840, Schriftsteller zu werden und sich für die Freiheit und Rechte der Menschen und der Völker einzusetzen. 1843 legte er in Breslau die Reifeprüfung ab. Er kehrte gegen den Willen des Vaters ins Elternhaus zurück (für den Geist der damaligen Zeit ungewöhnlich) und versteckte sich mit der Deckung von Mutter und Schwester in einem Dachstübchen. Dort studierte er die Texte, die er brauchte, um das Examen zu bestehen, damit er sich an der Universität Breslau bzw. später in Berlin an der Friedrich-Wilhelms-Universität für die Fächer Geschichte, Archäologie, Philosophie und Philologie einschreiben konnte. Er bestand dieses Examen und präsentierte nun seinem Vater das Ergebnis. Der gab daraufhin, wenn auch widerwillig, sein Einverständnis zum Universitätsstudium. Er war in Sorge, sein Sohn könne sich mit diesen Studien nicht ernähren. Mit Beginn seines Studiums trat Lassalle 1843 der Breslauer Burschenschaft der Raczeks bei.

Hinwendung zur Philosophie

Ferdinand Lassalle war schon früh von Hegels Ideen fasziniert. Er übernahm die Idee Hegels, der Staat sei eine „Einheit der Individuen in einem sittlichen Ganzen, eine Einheit, welche die Kräfte aller einzelnen millionenfach vermehrt“. Diese Ideen übertrug Lassalle später auf die deutsche Sozialdemokratie.

In seinen Jahren als Student widmete er sich intensiv der Auseinandersetzung mit Texten und der Ausarbeitung eigener Ideen. Für seine Studien vernachlässigte er teilweise alltägliche Dinge wie Essen. Einer seiner Biografen, Arno Schirokauer, fasst diese Zeit zusammen: „Er arbeitet maßlos. Er wirft sich wild in die Lektüre Hegels und kann nur schwer am Abend aufhören. [Die Arbeit verläßt er zuweilen], um sich in einer irren Weise auszuleben. Bündel von Rechnungen stopft er in die Schubfächer seines Schreibtisches, Zeugen einer übertriebenen Eleganz, Zeugen eines Luxus, der mit Medoc, Chateau Larose, Champagner und Korsofahren gefüttert sein will.“

In seiner Hochschulzeit von 1843 bis 1846 studierte Ferdinand Lassalle Texte Hegels, Heines, Goethes, Fichtes und etlicher anderer deutscher Dichter. Besonderes Interesse hatte er an dem antiken vorsokratischen Philosophen Heraklit. Um Anerkennung in intellektuellen Kreisen zu erlangen und vor allem, weil er auf eine Berufung als Universitäts-Professor spekulierte, schrieb Lassalle das philosophische Buch Die Philosophie Herakleitos des Dunkeln von Ephesos.

Unter dem Einfluss der Schriften von Ludwig Börne, Heinrich Heine, der Junghegelianer und des utopischen Sozialismus wandte er sich demokratischen und sozialistischen Ideen zu. Vor diesem theoretischen Hintergrund begrüßte er einen der ersten proletarischen Aufstände im Deutschen Bund, den schlesischen Weberaufstand vom Juni 1844.

Die Geschichtsepochen betrachtete Lassalle als Entwicklungsstufen der Idee der Freiheit, die Klassen als Träger unterschiedlicher Prinzipien, in denen sich die Selbstbestimmung der Idee verkörpert. Den Volksmassen schrieb er keine revolutionäre Kraft zu. Sie waren für ihn nur das Objekt von Führern, die zur Erkenntnis der Idee gelangten. Den Staat fasste er als Verkörperung der allgemeinen menschlichen Sittlichkeit auf.

Engagement für Sophie Gräfin von Hatzfeldt

Mit 20 Jahren lernte er die doppelt so alte Sophie Gräfin von Hatzfeldt in Berlin kennen. Sie suchte nach Wegen, sich von ihrem Ehemann, mit dem sie 1822 zwangsverheiratet worden war, zu trennen, weil dieser, ein ausschweifender Lebemann, sie fortwährend demütigte. Lassalle nahm sich ihrer an und vertrat sie, nach eingehenden Studien im Fachgebiet Rechtswissenschaften, über neun Jahre hinweg (von 1846 bis 1854) vor 36 Gerichten. Lassalle gewann durch den für damalige Zeiten spektakulären Prozess im deutschen Sprachraum Bekanntheit und ein beachtliches Vermögen. Sophie von Hatzfeldt setzte Lassalle aus Dankbarkeit eine Rente aus. In den Jahren 1856 und 1857 wohnte er im Hause der Gräfin in Düsseldorf.

Ob Ferdinand Lassalle eine Beziehung mit der Gräfin einging, ist nicht bekannt, jedenfalls unterstützte sie ihn in seinen Gedanken und Ideen über Jahre hinweg. Im Februar 1848, noch während der Hatzfeldtschen Prozesse, war Lassalle ein halbes Jahr inhaftiert, weil er bezichtigt wurde, er habe den Diebstahl einer Kassette mit wichtigen Dokumenten begünstigt („Kassettenprozess“). Von seiner Redegewandtheit zutiefst beeindruckt, sprachen die Geschworenen Lassalle im August 1848 frei.

Lassalles Aktivität in der Revolutionszeit

Inzwischen hatte in den Staaten des Deutschen Bundes die liberale Märzrevolution begonnen, vor allem mit der Zielsetzung einer deutschen Reichseinigung und demokratischer Reformen. Nach seinem Freispruch engagierte sich Lassalle wieder im demokratischen Volksklub. Er trat dabei in persönlichen Kontakt zu Marx und Engels und zählte sich selbst zu deren Mitstreitern. Er las das Kommunistische Manifest und verfolgte aufmerksam die von Karl Marx in Köln herausgegebene Neue Rheinische Zeitung, für die er auch einige Artikel verfasste. Seit 1847 schrieb er seinen Nachnamen in Anlehnung an den französischen Revolutionsgeneral La Salle in französischer Fassung.

Als die Nationalversammlung aus Frankfurt am Main ausgewiesen und in Berlin der Belagerungszustand verhängt wurde, rief Lassalle gemeinsam mit revolutionären Kräften aus der Düsseldorfer Bürgerwehr im November 1848 zur Steuerverweigerung und zur Bewaffnung der Bürger auf. So schrieb er im Bauernführer: „[…] sorgt für Munition. In Düsseldorf geht der Kampf bald los“. Einen Tag nach der Veröffentlichung des Textes wurde Ferdinand Lassalle erneut verhaftet. Zwar sprachen ihn die Geschworenen frei, jedoch ließ man ihn nicht gehen, weil er vor das Korrektionstribunal gestellt wurde, das ihn im Juli 1849 zu weiteren sechs Monaten Haft verurteilte. Später erwiesen sich die Gefängnisaufenthalte als glücklicher Zufall für Lassalle, denn er konnte so nach der fehl- und niedergeschlagenen Revolution von 1848/1849 nicht in den Kommunistenprozess von 1852 verwickelt werden.

Im Gegensatz zu anderen Sozialisten und Kommunisten war er einer der wenigen führenden Revolutionsbeteiligten, die sich nicht ins Exil absetzten und ohne weitere Verfolgung in Deutschland bleiben konnten. Aus diesem Umstand heraus bezeichnete er sich selbst gelegentlich als den „letzten Mohikaner“. Lassalle stand nach seinem Gefängnisaufenthalt in regem Kontakt zur Arbeiterklasse. Er wurde in Düsseldorf von der Polizei überwacht und von den staatlichen Behörden als extrem gefährlich eingestuft.

Philosophisch blieb er dem Hegelianismus verbunden. Eine materialistische Weltanschauung eignete er sich nicht an. Er arbeitete zwar mit dem Bund der Kommunisten zusammen, seine Aufnahme als Mitglied lehnte die Kölner Zentralbehörde wegen seiner Verstrickung in den Hatzfeldt-Prozess jedoch ab.

1851 gründete Lassalle einen illegalen Zirkel revolutionärer Arbeiter in Düsseldorf und propagierte sozialistische Ideen. 1851/1852 unterstützte er die Angeklagten im Kölner Kommunistenprozess.

Da er von der Gräfin v. Hatzfeldt, deren Prozesse er letztlich aufgrund der Aufgabe des klagenden Grafen gewonnen hatte, unterhalten wurde, hatte er die Möglichkeit, sich als Privatier unabhängig von materiellen Zwängen voll zu entfalten.

Berliner Jahre

Gegen Ende des Jahres 1858 gelang es Lassalle, dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Berlin zu erlangen, wo er schon länger in den kulturellen und geistigen Kreisen verkehrte, u. a. im Haus seines Verlegers Franz Duncker oder auch im Salon des Kladderadatsch-Chefredakteurs Ernst Dohm. Er studierte wieder seinen Lieblingsphilosophen Heraklit und schrieb einige seiner wichtigsten Werke, darunter 1858 das Drama Franz von Sickingen. 1859 veröffentlichte er die Schrift Der italienische Krieg und die Aufgabe Preußens, in der er für eine Stärkung der Stellung Preußens in Deutschland plädierte, weshalb er von Marx und Engels aus London, aber auch von anderen Weggefährten heftig kritisiert wurde.

In seiner Berliner Zeit wohnte und arbeitete Ferdinand Lassalle in den Jahren 1859 bis 1863 in der Bellevuestraße 13. Im Jahre 1861 war Karl Marx in diesem Wohnsitz Lassalles Gast für elf Tage. In dieser Zeit hielten sie eingehende Gespräche und nutzten die Gelegenheit, gemeinsame Interessen und Vorhaben persönlich und nicht mehr über den langen Weg des Briefkontakts, auszutauschen.

Im April 1862 veröffentlichte Ferdinand Lassalle seine detailliert ausgearbeiteten Reden Über den besonderen Zusammenhang der gegenwärtigen Geschichtsperiode mit der Idee des Arbeiterstandes (Arbeiterprogramm) und Über Verfassungswesen. Das Arbeiterprogramm richtete sich an die wieder auflebende deutsche Arbeiterbewegung. Es war eine Einführung in Lassalles Ideale und Vorstellungen von Sozialismus. Er betonte die Rolle der Arbeiter für den geschichtlichen Fortschritt. Damit fand Lassalle Anklang in der Arbeiterschaft. Vom liberalen Bürgertum wandte Lassalle sich ab. Er war der Meinung, dass Bismarck das Bürgertum vollkommen kontrolliere.

Im Sommer 1862 besuchte er Marx in London und versuchte vergeblich ihn für eine gemeinsame Arbeiteragitation in Deutschland zu gewinnen. Danach brach der Kontakt zwischen Lassalle und Marx ab.

Im Februar 1863 wurde Lassalle von Otto Dammer, Julius Vahlteich und Friedrich Wilhelm Fritzsche vor das Komitee der Leipziger Arbeiterzentrale geladen. Er solle seine Ideen einbringen und ein revolutionäres Programm für die Arbeiterbewegung formulieren. Lassalles Offenes Antwortschreiben datiert vom 1. März 1863. Die Arbeiter müssten sich, so Lassalle, zu einer eigenen Partei zusammenschließen, ihre Interessen bündeln und Genossenschaften gründen, um ihre „legitimen Interessen befriedigen zu können“. Lassalle schrieb einem Freund, dass die „Wirkung des Schreibens erstaunlich sein wird“. Tatsächlich gab das Offene Antwortschreiben den Anstoß zur Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) – der ersten Vorgängerorganisation der SPD.

Lassalle nahm das Recht der Redefreiheit wörtlich, er schrieb und redete ohne Zurückhaltung. Dies brachte ihm jedoch auch Gefängnisstrafen ein. Lassalle saß ab dem 20. April 1863 wieder einen Monat im Gefängnis, weil er sich in seiner Verteidigungsrede unvorteilhaft zur Anklage wegen des Arbeiterprogramms über den Sohn des Philosophen Friedrich Wilhelm Schelling ausgelassen hatte. Bei der Anklage wegen des Arbeiterprogramms musste er eine Strafe von weiteren vier Monaten hinnehmen. Lassalle klagte auch den Verfassungsbruch Bismarcks an und hielt dazu zwei eindrucksvolle Reden.

Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins

Am 23. Mai 1863 wurde im Leipziger Pantheon der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) gegründet. Ferdinand Lassalle wurde für fünf Jahre zum Präsidenten gewählt. Seine Hauptforderungen waren:

das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht

Errichtung von Produktivgenossenschaften mit staatlichen Vorzugskrediten

Er erweckte die Zuversicht, mit Hilfe des bestehenden Staates friedlich in den Sozialismus hineinwachsen zu können. Im ADAV bildete sich um Julius Vahlteich und Wilhelm Liebknecht eine Opposition gegen Lassalle. Besonders wurde Lassalle verübelt, dass er für eine Einigung Deutschlands unter Führung des preußischen Staates eintrat.

Der Hochverraths-Prozeß wider Ferdinand Lassalle

Lassalle trat seit Mai 1863 einige Male in Kontakt mit Bismarck, um ihn zur Einführung des allgemeinen Wahlrechts zu überreden. Im Gegenzug wollte er Bismarck unterstützen. Er richtete seine Angriffe immer einseitiger gegen das liberale Bürgertum und nicht gegen den preußischen Staat mit seinem Junkertum und erweckte den Anschein der Meinung, als könne die Hohenzollern-Monarchie in ein Volkskönigtum verwandelt werden. Bismarck machte ihm konkrete Versprechungen, die er nach dem Krieg gegen Österreich (bereits nach Lassalles Tod) unter der ADAV-Präsidentschaft Johann Baptist von Schweitzers einlöste.

Im März 1864 wurde Lassalle wegen Hochverrat angeklagt, weil er die Verfassung zu stürzen beabsichtigt habe. In seiner Rede vor dem Staatsgerichtshof sagte Lassalle, dass er dies nicht nur beabsichtigt habe, sondern dass es sogar sehr bald so weit sein werde, dass die Verfassung gestürzt wäre – und zwar ohne Blutvergießen. Die Hilfe Bismarcks erwähnte er in seiner Rede nicht. Lassalle beabsichtigte, im September 1864 für die Annexion der Herzogtümer Schleswig und Holstein durch Preußen zu werben, doch dazu kam er nicht mehr.

Seine letzte öffentliche Rede hielt Lassalle am 22. Mai 1864 in der Kleinstadt Ronsdorf (heute ein Ortsteil von Wuppertal), damals eine Hochburg der Arbeiterbewegung. Die vor etwa 2000 Zuhörern (bei einer seinerzeitigen Bevölkerung von gut 8200 Einwohnern) gehaltene sogenannte Ronsdorfer Rede[4] gilt nach Auffassung zahlreicher Politikwissenschaftler (Hauptmeinung) als eine seiner wichtigsten Reden. In Ronsdorf erinnert eine Gedenktafel an diese letzte Rede und es wurde eine Straße nach Ferdinand Lassalle benannt.

Tod nach Duell

Lassalle verliebte sich bei einem Kuraufenthalt in eine junge Frau namens Helene von Dönniges. Er wollte sie heiraten, aber ihre Eltern waren dagegen. Um ihren Vater, den bayerischen Diplomaten Wilhelm von Dönniges, mit Erfolg wegen Sequestrierung seiner Tochter verklagen zu können, versuchte er am 16. oder 17. August 1864, den bayerischen König Ludwig II. auf seine Seite zu bekommen. Das sollte durch Vermittlung eines Freundes geschehen, des Dirigenten Hans von Bülow, der seinerseits auf Richard Wagner einwirken sollte. Das Ansinnen ging Wagner jedoch zu weit.[5]

Daraufhin entschloss sich Lassalle zur Weiterreise in die Schweiz und zum Duell mit Wilhelm von Dönniges: Als Mitglied der Breslauer Burschenschaft forderte Lassalle Satisfaktion von Helenes Vater, einem Mitglied des Corps Rhenania Bonn. Der 50-jährige Vater beauftragte den von ihm gewünschten Verlobten, den rumänischen Bojaren Janko von Racowitza (Iancu Racoviţă), ein Mitglied des Corps Neoborussia-Berlin, das Duell zu übernehmen.

Das Duell fand am Morgen des 28. August 1864 in der Genfer Vorstadt Carouge statt. Der Sekundant von Lassalle war Wilhelm Rüstow. Um 7:30 Uhr standen sich die Gegner mit Pistolen gegenüber. Racowitza feuerte als Erster und traf Lassalle in den Unterleib. Drei Tage später, am 31. August 1864, starb Ferdinand Lassalle im Alter von 39 Jahren in Carouge.

Wenige Wochen vor seinem Tod hatte Lassalle bereits Bilanz gezogen:

„Ich habe die Inventur meines Lebens gemacht. Es war groß, brav, wacker, tapfer und glänzend genug. Eine künftige Zeit wird mir gerecht zu werden wissen.“

 

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